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Das Wasser bändigen, das Handwerk bewahren

19. Mär 2026

Heimatverein Büren rettet vergessenes Wissen der Bohrmühle für die Ewigkeit

v. l.: Reinhard Kurek (Mühlenteam), Kirsten Müller (technische Zeichnungen), Burkhard Kroener, Andreas Ziebarth (beide Mühlenteam) und Dieter Stötefalke (Technischer Redakteur). Foto: Heimatverein Büren e. V.
v. l.: Reinhard Kurek (Mühlenteam), Kirsten Müller (technische Zeichnungen), Burkhard Kroener, Andreas Ziebarth (beide Mühlenteam) und Dieter Stötefalke (Technischer Redakteur). Foto: Heimatverein Büren e. V.

Es ist ein Wettlauf gegen das Vergessen, den der Heimatverein Büren e. V. nun für sich entschieden hat. Nach fünf Jahren intensiver Forschungsarbeit und praktischer Erprobung präsentiert das Mühlenteam ein wegweisendes Werk: Die erste lückenlose technische Dokumentation der historischen Bohrmühle nach modernsten Industriestandards. Unterstützt durch die NRW-Stiftung, sichert dieses Projekt das jahrhundertealte Wissen um das „Piepenbohren“ – eine Handwerkskunst, ohne die das Leben in früheren Jahrhunderten teilweise nur mühsam vorstellbar gewesen wäre.

Früher wie heute ist Wasser unser wichtigstes Lebensmittel. Doch wie gelangte es vor hunderten von Jahren von den Quellen zu den Menschen? In der Bürener Bohrmühle wurde die Antwort aus Baumstämmen gefertigt. Das Team hat das fast vergessene Handwerk des „Röhren- oder Piepenbohrens“ neu entdeckt und wissenschaftlich aufgearbeitet. Die Mühle ist damit nicht nur ein Museum, sondern ein lebendiges Labor für die Bedeutung des Wassers in unserer Geschichte.

In Zusammenarbeit mit dem technischen Redakteur Dieter Stötefalke wurde ein entscheidender Meilenstein erreicht. Die Dokumentation umfasst nun den gesamten „Produktlebenszyklus“ der Mühle – von der Konstruktion bis zur Qualitätssicherung der gebohrten Holzröhren. Sämtliche Arbeitsabläufe wurden in Versuchsreihen und Messungen untersucht, hinterfragt und schriftlich fixiert. So bleibt das Know-how auch für zukünftige Generationen von „Piepenbohrern“ erhalten. Erstmals liegen präzise Pläne der gesamten Mechanik vor, die das Zusammenspiel von Wasserkraft bis zum Bohrkopf abbilden – nicht nur auf Papier, sondern auch digital und oft auch in 3D.

Nachdem im letzten Jahr bereits als Meilenstein neben einer überarbeiteten Ausstellung auch die technische Dokumentation fertiggestellt wurde, haben Dieter Stötefalke und das Mühlenteam in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Risikobeurteilung für den Museumsbetrieb gelegt. „Unser Ziel war es, die Mechanik nach modernen Sicherheitsstandards zu bewerten, ohne den historischen Charakter des Denkmals zu verfälschen“, so das Mühlenteam um Gregor Lemm.

Dieser Prozess gipfelte nun in einem für Denkmäler außergewöhnlichen Schritt: der Erfüllung der CE-Norm. Als sichtbares Zeichen dieser Sicherheit wurde nun am Bohrstuhl, dem Herzstück der Bohrmühle, ein offizielles Typenschild angebracht. Damit wird dokumentiert, dass die historische Anlage den strengen europäischen Sicherheitsanforderungen entspricht. Dank der neuen Bedienungsanleitungen und der Risikobeurteilung können sowohl die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer als auch die Besucherinnen und Besucher die Mühle nun sicher in Aktion erleben.

Die Bohrmühle ist ein bedeutendes technisches Denkmal und wie die Mittelmühle Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde (DGM) e. V. Durch die Förderung der NRW-Stiftung konnte ein Standard gesetzt werden, der zeigt, wie moderne Technikdokumentation dabei hilft, unser kulturelles Erbe nicht nur zu verwalten, sondern aktiv und sicher zu betreiben.
Interessierte sind herzlich eingeladen, das Handwerk des „Piepenbohrens“ zu erleben. 
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Über den Heimatverein Büren e.V.:
Der Verein widmet sich der Erforschung und Vermittlung der regionalen Geschichte. Das Mühlenteam besteht aus Ehrenamtlichen, die sich mit der Instandhaltung, Erforschung und Vorführung historischer Wasser- und Mühlentechnik beschäftigen.

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