18. Jun 2026
Beim Konsolidieren sind vor allem auch Bund und Land gefragt
Die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Steigende Kosten, eine schwächere Einnahmeentwicklung, höhere Umlagezahlungen sowie zusätzliche Aufgaben von Bund und Land belasten die kommunalen Haushalte zunehmend. Diese Entwicklung betrifft zahlreiche Kommunen und ist Ausdruck einer landes- und bundesweiten Finanzkrise. Auch die Stadt Büren steht vor erheblichen Herausforderungen.
Nach aktuellem Stand wird die Stadt Büren das Haushaltsjahr 2025 voraussichtlich mit einem Fehlbetrag von rund 5,4 Millionen Euro abschließen. Das Ergebnis steht noch unter dem Vorbehalt der abschließenden Prüfung, verdeutlicht aber bereits die Größenordnung der finanziellen Belastungen. Zwar fällt es um 2,3 Millionen Euro besser aus als ursprünglich geplant, ändert jedoch nichts an der ernsten Lage. So werden sich die Auswirkungen nicht auf das laufende Haushaltsjahr beschränken, sondern auch die Finanzplanung der Folgejahre beeinflussen. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen droht perspektivisch ab dem Jahr 2027 die Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzeptes.
Die Stadt hat unmittelbar reagiert, nachdem die Größenordnung des zu erwartenden Fehlbetrags erkennbar wurde. Eine Projektgruppe zur Haushaltskonsolidierung analysiert seither fortlaufend sämtliche Aufwendungen, prüft Einsparmöglichkeiten und überarbeitet das Investitionsprogramm. Dabei bedeutet Haushaltskonsolidierung für die Stadt nicht, notwendige Entwicklungen vollständig auszubremsen. Vielmehr geht es darum, verantwortungsvoll mit den vorhandenen finanziellen Möglichkeiten umzugehen mit dem Ziel, die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt langfristig zu sichern und notwendige Entscheidungen frühzeitig vorzubereiten.
Dazu gehört auch eine konsequente Überprüfung von Ausgaben und Prioritäten. Gleichzeitig bleibt es wichtig, die Zukunftsfähigkeit der Stadt im Blick zu behalten, weshalb zentrale Investitionen weiterhin ermöglicht werden sollen. Dazu zählen insbesondere die Weiterentwicklung der Ortsdurchfahrt in der Kernstadt, die Entwicklung von Gewerbeflächen zur Ansiedlung neuer Betriebe, Investitionen in moderne und leistungsfähige Feuerwehrgerätehäuser, die Sicherung einer zukunftsfähigen Wasserversorgung sowie die Stärkung der Bildungsinfrastruktur.
Zur Stabilisierung der Finanzen setzt die Stadt Büren auf einen umfassenden Ansatz. Neben der Reduzierung von Aufwendungen und der Priorisierung von Investitionen sollen auch Einnahmemöglichkeiten gestärkt und zusätzliche Ertragspotenziale genutzt werden. Darüber hinaus setzt sich die Stadt für eine Begrenzung der Umlagebelastungen durch den Kreis Paderborn bei dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe ein.
„Die Stadt Büren wird ihren Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten“, so Bürgermeister Burkhard Schwuchow. „Gleichzeitig führt uns die aktuelle Entwicklung vor Augen, dass die Ursachen der finanziellen Probleme nicht ausschließlich auf kommunaler Ebene liegen. Alle Kommunen stehen vor den gleichen Herausforderungen. Deshalb sind neben den notwendigen Maßnahmen auf kommunaler Ebene auch strukturelle Verbesserungen durch Bund und Land zwingend erforderlich, um den wachsenden Aufgaben vor Ort dauerhaft gewachsen zu sein.“
In diesem Zusammenhang beteiligt sich die Stadt Büren auch an dem bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“ am 22. Juni 2026. Gemeinsam mit zahlreichen Städten und Gemeinden macht sie damit auf die angespannte finanzielle Situation der Kommunen aufmerksam. Die Botschaft ist eindeutig: Die Kommunen benötigen jetzt Unterstützung, um perspektivisch handlungsfähig zu bleiben, wichtige Zukunftsprojekte zu sichern und die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten.